Die Kraft der Auferstehung

Predigt von Lars Diem · 18. Oktober 2026

In dieser Predigt geht es um die Kraft der Auferstehung, die nicht nur für die Ewigkeit, sondern für dein Leben im Hier und Jetzt gilt. Du bist eingeladen, innere Mauern einzureissen, alte Verletzungen loszulassen und Gott die Kontrolle zu übergeben, damit echter Durchbruch und neues Leben entstehen können.

Teil der Serie KRAFT

Bibelstellen: Johannes 11, Lukas 15, Philipper 3,10-12

Impulse aus dieser Predigt

Predigt zum Nachlesen

Die Kraft der Auferstehung erfahren

Mein Wunsch ist, dass du heute leben darfst. Ein Durchbruch ins Leben. Jesus ist auferstanden und in der Kraft der Auferstehung liegt so viel. Die Hoffnung, die wir in Jesus haben, ist, dass er für mich gestorben ist, alles auf sich genommen hat, auferstanden ist, zum Vater ging und wiederkommen wird.

Paulus schreibt in Philipper 3: «Ja, ich möchte Christus immer besser kennenlernen. Ich möchte die Kraft, mit der Gott ihn von den Toten auferweckt hat, an mir selbst erfahren und möchte an seinem Leiden teilhaben, so dass ich ihm bis in sein Sterben hinein ähnlich werde.»

Ich bete, dass der Heilige Geist uns berührt. Dort, wo ich Dinge habe, wo ich noch nicht im Leben bin, noch nicht durchgebrochen bin, dass das Leben durchbrechen kann und die Kraft der Auferstehung heute Morgen sichtbar wird.

Paulus wünscht sich, das selbst zu erfahren. Er schreibt weiter: «Dann werde auch ich, das ist meine feste Hoffnung, unter denen sein, die von den Toten auferstehen. Es ist also nicht etwa so, dass ich das alles schon erreicht hätte und schon am Ziel wäre, aber ich setze alles daran, ans Ziel zu kommen und von diesen Dingen Besitz zu ergreifen, nachdem Jesus Christus von mir Besitz ergriffen hat.»

Das Lebenshaus und die unsichtbare Wand

Ich habe auf Social Media von einer Frau Gottes gelesen, die ihren Lauf vollendet hat. Sie wurde gefragt, wie sie Gott so lieben kann, und sie sagte: «Ich bin wie Kaugummi, ich klebe an Jesus fest, ich lasse nicht los und bleibe dran.» Das wünsche ich mir auch: einfach dranbleiben und nicht aufgeben oder sich mit etwas Halbem zufriedengeben.

Ich habe ein Bild für diese Predigt: Es ist ein Haus. Vielleicht hast du Jesus schon vor Jahren die Schlüssel zu deinem Lebenshaus übergeben und gesagt: «Jesus, da ist mein Leben, wirke du, du bist verantwortlich.» Wenn man ein Haus kauft, kauft man es so, wie es ist. Wenn es absolut renovierungsbedürftig ist, bleibt das erst mal so. Es braucht viel Arbeit, um das Haus umzubauen und umzugestalten.

Vielleicht haben die Jahre bei dir Spuren hinterlassen und du hast gar nicht gemerkt, wie in deinem Leben eine Wand entstanden ist. Dein Wohnraum ist eingeschränkt, du hast nur noch wenig Platz. Du stehst vor dieser Wand und hast dich daran gewöhnt. Du putzt das Zimmer nur noch so weit, wie die Wand es zulässt, und sagst dir: «Es ist jetzt halt so.»

Die Wand unter Denkmalschutz

Vielleicht hast du dich mit einer Situation arrangiert. Ein Todesfall in der Familie, eine Scheidung, eine schwierige Vaterbeziehung. Vielleicht hast du den Job verloren und damit auch deine Würde. Vielleicht hast du Mobbing erlebt oder Lügen geglaubt. Vielleicht plagen dich Existenzängste, Krankheitsängste, ein Laster, in das du immer wieder zurückfällst, oder Menschenfurcht.

Ich sage das zuerst zu mir selbst. Ich muss zuerst bei mir analysieren. Aber ich sage dir: Hör auf zu resignieren! Hör auf zu sagen: «Es ist jetzt halt so.»

In meinem Bild geht es noch weiter: Die Person hat die Wand unter Denkmalschutz gestellt. Denkmalschutz bedeutet, man darf nichts mehr machen. Du hast das Gefühl, wenn du etwas an dieser Wand veränderst, ist es ein Verrat an der Vergangenheit, an der Familie oder an der Situation.

Immer wieder sitzt du vor dieser Wand und fängst an zu denken: «Ich Armer.» Du bist schnell in der Opferrolle. Du denkst, in deinem Haus passieren immer dumme Sachen. Du fängst an, diese Wand zu verteidigen, wenn Leute sie ansprechen. Du weisst vielleicht, dass es nicht gesund ist, aber du machst es trotzdem, weil es zu deiner Identität geworden ist.

Wenn Jesus deinen Namen ruft

Wenn schwierige Sachen im Leben sind, möchte ich in verschiedene Lebenssituationen aus der Bibel hineinzoomen. Da ist eine Frau, die ihr Liebstes verloren hat. Sie steht vor dem Grab und der Leichnam ist weg. Sie ist in tiefer Traurigkeit versunken. Da spricht der Gärtner, der in Wirklichkeit der auferstandene Jesus ist, ein Wort zu ihr: Er nennt ihren Namen.

Wenn Jesus kommt und deinen Namen spricht, hat das Kraft. Es ist heilsam. Vielleicht hast du das auch schon erlebt, dass Jesus in einer schwierigen Zeit einen Satz zu dir sagt und du merkst, das ist jetzt persönlich für dich. Er sieht deine Situation und möchte dich herausholen, sodass du aufstehen kannst.

Eine andere Geschichte in Johannes 11 ist die von Lazarus. Er ist gestorben. Als Jesus das sah, füllten sich seine Augen mit Tränen. Ich glaube, dass Jesus mehr mit dir mitgeht, als du denkst. Er räumt nicht einfach alle Probleme aus dem Weg, sondern er weint mit dir in deiner Situation. Das ist ein tröstender Gedanke.

Dann befiehlt Jesus: «Wälzt den Stein weg!» Die Schwester des Verstorbenen wendet ein: «Herr, er ist doch schon vier Tage tot, der Leichnam riecht schon.» Kennst du das? Du willst eigentlich, dass Gott eingreift, aber du sagst: «Es stinkt, es ist zu spät.» Aber Jesus antwortet ihr: «Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?»

Jesus möchte, dass du glaubst. Er rief mit lauter Stimme: «Lazarus, komm heraus!» Und der Tote wurde lebendig. Es ist übernatürlich passiert. Glaubst du, dass Gott auch heute noch übernatürlich wirken kann?

Befreit von den alten Tüchern

Ich habe mich entschieden, nicht aufzugeben. Ich stehe jeden Morgen neu auf und glaube, was Jesus sagt. Ich glaube daran, dass er mich dort, wo ich tot bin, wo Dinge schwierig sind, ins Leben ruft.

Jesus befahl den Umstehenden: «Befreit ihn von den Tüchern und lasst ihn gehen.» Das hat nicht Jesus gemacht, da mussten Leute helfen. Das ist oft in der Seelsorge so wichtig. Du erlebst einen Durchbruch, aber danach braucht es Hilfe, um die alten Tücher abzulegen, damit das Leben wirklich sichtbar wird.

Wir sind mit Christus auferstanden. Seine Auferstehung gibt uns die Gewähr, dass auch wir auferstehen werden. Wir sind befreit von der Macht der Sünde, auch wenn wir noch sündigen. Es ist ein Sowohl-als-auch.

Jesus kommt zu dir, zurück zu deiner Wand. Er hat dich gerecht gesprochen. Ob die Wand da ist oder nicht, ändert nichts daran, dass du gerecht bist. Er liebt dich, bevor du irgendetwas tun musst. Er wurde um unserer Übertretungen willen hingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt. Du bist gerecht! Auch wenn du auf dich schaust und siehst, was alles noch ungerecht ist. Es ist Gnade.

Den Denkmalschutz aufgeben

Gehen wir noch kurz in die Geschichte vom verlorenen Sohn in Lukas 15. Es heisst: «Er kam zu sich selbst und sprach: Viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber verderbe hier vor Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen.» Dieses «sich aufmachen» bedeutet so viel wie auferwecken oder aufstehen. Es ist dasselbe Wort, das Lukas für die Auferstehung von Jesus braucht. Der Sohn ist zum Leben zurückgekehrt.

Jetzt steht Jesus vor der Wand in deinem Leben. Er lädt dich ein. Du musst nicht, aber du bist eingeladen. Bist du bereit, den Denkmalschutz aufzuheben? Vielleicht hast du Angst vor der Scham, die dahinter zum Vorschein kommt. Die Angst, entblösst zu werden.

Wenn ich Jesus den Denkmalschutz übergebe, gebe ich ihm auch die Kontrolle über die Wand. Ich weiss nicht, was passieren wird. Diese Kontrolle abzugeben, ist einer der schwierigsten Schritte. Es kostet dich alles. Du gehst auf die Knie und sagst: «Jesus, ich demütige mich vor dir und bitte dich, dass du einen Durchbruch machst.»

Das ist ein Prozess des Zerbruchs. Solange ich mich an der Wand festhalte, passiert nichts. Der Moment des Zerbruchs heisst loslassen. Ich gebe mich in seine Hände. Und wenn der Durchbruch geschehen ist, entsteht etwas Neues. Der Raum wird gross und weit.

Wo steht deine Mauer?

Wo stehst du? Wo hast du so eine Wand in deinem Leben? Wo sind Dinge in dir tot, wo du dich von Jesus ins Leben rufen lassen musst? Wo ist der Moment, wo du wie der verlorene Sohn zu dir kommst und dich aufmachst zum Vater?

Ich danke dir, Herr, dass wir kommen dürfen, wie wir sind. Du siehst die Mauern, die da sind. Mauern, die Lebensqualität rauben. Ich bitte dich, Heiliger Geist, dass du jetzt in unsere Situationen hineinkommst. Dass wir den Denkmalschutz an dich abgeben dürfen, damit das Leben durchbricht.

Nimm das ernst und schau hin, wo du so eine Mauer in deinem Leben hast. Es ist ein Weg, der über den Zerbruch führt. Aber hinter dem Zerbruch ist Friede, Freude und tiefe Dankbarkeit.

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Viva Kirche Amriswil