Die Kraft des Segnens

Predigt von Lars Diem · 27. September 2026

Fühlst du dich oft gestresst, ungerecht behandelt oder gefangen in negativen Gedanken? Lars Diem zeigt anhand alltäglicher Beispiele, wie das bewusste Segnen anderer Menschen nicht nur dein Umfeld, sondern vor allem dein eigenes Herz verändert. Entdecke die befreiende Kraft, Gutes auszusprechen, statt Frust weiterzugeben.

Teil der Serie KRAFT

Bibelstellen: Lukas 6,45, 1. Mose 1,27, 4. Mose 6,24-26, Philipper 2,10, 1. Mose 12,2-3, 1. Petrus 3,9

Impulse aus dieser Predigt

Predigt zum Nachlesen

Unter Druck zeigt sich unser Herz

Stell dir vor, du liegst im Bett und weisst, du hast einen Tag vor dir, der es in sich hat. Du startest mit einem sehr wichtigen Meeting mit dem Chef der Chefs. Du weisst, du darfst auf keinen Fall zu spät kommen. Du hast deine Kleider bereitgelegt, willst eine gute Falle machen. Auf einmal wachst du auf, es ist hell. Du springst auf, rennst los und versuchst, die zwanzig Minuten verschlafene Zeit aufzuholen. Du steckst das Bügeleisen ein, duschst schnell, rennst ins Auto. Im Auto merkst du: Habe ich das Bügeleisen ausgesteckt? Also rennst du wieder zurück, steckst es aus und wieder ab ins Auto.

Jetzt nimmst du die Abkürzung durch den Wald. Du fährst und vor dir ist ein Traktor. In dir kommt der ganze Frust hoch. Du bist allein im Auto und sagst Sachen, von denen du nicht willst, dass sie jemand hört. Du merkst, du darfst nicht zu spät kommen, versuchst zu überholen, aber es geht nicht. Du bist frustriert, du hast dein Bestes gegeben und kommst trotzdem zu spät.

Das sind genau die Momente, wo das herauskommt, was tief im Herzen ist. In Lukas 6,45 heisst es: Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil sein Herz mit gutem erfüllt ist. Ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil sein Herz mit Bösem erfüllt ist. Denn wie ein Mensch in seinem Herz denkt, so redet er. Wenn Druck kommt, kommt das heraus, was in uns ist. Das ist frustrierend. Ich kenne das: Ich stehe unter Druck und habe keine Geduld mehr für die Kinder. Dabei könnte ich einfach telefonieren und sagen, dass ich fünf Minuten später komme. Aber was würde passieren, wenn ich in diesem Moment segnend unterwegs wäre? Wie würde sich die Situation ändern?

Was bedeutet Segnen?

Lass uns in der Bibel lesen, was Segnen bedeutet. Ganz am Anfang in 1. Mose 1,27 heisst es: So schuf Gott den Menschen zu seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er ihn, als Mann und als Frau schuf er sie. Und was ist dann passiert? Gott segnete die Menschen. Gott hat als Erstes gesegnet. Der Segen von Gott ist etwas sehr Wichtiges, das von Anfang an dazugehört. Er segnete sie und sagte: Seid fruchtbar und vermehret euch.

Wir sind dazu berufen, in diesem Segen zu leben und fruchtbar zu sein. Ein Segen ist nicht etwas, das ich mir selber machen kann. Segen ist etwas, das von Gott kommt. Gott segnet und fördert das Leben. Das Gegenteil von Segen ist Fluch, das Zerstören von Leben. Mein Wunsch für dich ist, dass sich dein Leben unter dem Segen von Gott immer mehr entfaltet.

Aber was passiert beim Segnen? Ist es einfach ein netter Wunsch, wie wenn ich jemandem alles Gute zum Geburtstag wünsche? Ich habe mir das aufgeschrieben: Segnen bedeutet, einen Menschen im Namen Gottes seinem guten und lebensfördernden Wirken anzuvertrauen. Das hat am Schluss nichts mehr mit mir zu tun, sondern alles mit Gott.

Der aaronitische Segen

Am Schluss vom Gottesdienst segnet der Pastor die Gemeinde oft mit dem aaronitischen Segen aus 4. Mose 6,24-26. Da heisst es: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. In diesem Segen liegt eine unglaubliche Kraft.

Gott sagt danach: Sie sollen meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne. Wenn dieser Segen gesprochen wird, dann bin nicht ich es, der segnet, sondern Gott. Der Herr segne dich und behüte dich – das heisst nicht, dass keine schwierigen Situationen mehr kommen. Aber es heisst, dass Gott die Situation in der Hand hat, dass er sich dir zuwendet, dich bewahrt und dich festhält.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Das ist der grösste Segen, den wir auf der Welt erleben können: Dass Gott sich mir zuwendet. Es gibt nichts Besseres. Er schenkt uns seine Gnade, dieses unverdiente Geschenk, das wir uns nicht durch fromme Aktivitäten erarbeiten können. Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Das ist der Shalom, der umfassende, heilsame Friede Gottes. Er umfasst Ruhe, Sicherheit, Unversehrtheit, Gesundheit und den Frieden mit Gott und den Menschen. Dieser Segen soll dich die ganze Woche in deinem Alltag begleiten.

Die Kraft im Namen Gottes

Wenn du Menschen segnest, dann segne sie im Namen von Gott. Das hat eine gewaltige Kraft. Mir ist in der Vorbereitung richtig bewusst geworden, was für eine Kraft darin liegt. Ich muss nicht noch etwas Zusätzliches machen, sondern Gott wendet sein Gesicht zu. Wenn Gott sich jemandem zuwendet, dann wird diese Person Gott entdecken.

Gott hat Jesus den Namen gegeben, der über allen Namen ist. In Philipper 2,10 heisst es: So wird sich jedes Knie beugen auf der Erde, unter der Erde und in dem Himmel. Jesus Christus ist der Herr. In keinem anderen Namen ist Heil. Wir sind mit jedem geistlichen Segen gesegnet in Christus. Durch Jesus kommt der Segen Abrahams zu den Völkern.

Gott sagte zu Abraham in 1. Mose 12,2-3: Ich will dich zu einem grossen Volk machen und dich segnen und deinen Namen gross machen und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen und verfluchen, die dich verfluchen. Und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde. Wenn ich mit dem Namen Gottes gesegnet bin, macht das einen Unterschied. Gott ist über mir. Alles, was passiert, darf ich ihm anvertrauen. Gott ist gut und er weiss, was er tut.

Den Kreislauf durchbrechen

Vielleicht hast du in deinem Leben unschöne Dinge erlebt. Vielleicht wurdest du abgewertet oder hast Ungerechtigkeit erfahren. Automatisch geben wir oft das weiter, was wir selbst erlebt haben. Aber unser Ziel ist es, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Du darfst wissen, dass du gesegnet bist. Wenn Gott für dich ist, wer kann dann gegen dich sein?

Wenn ich Ungerechtigkeit empfange, muss ich sie nicht weitergeben. Im 1. Petrus 3,9 heisst es: Vergelte nicht Böses mit Bösem, droht nicht mit Vergeltung, wenn man euch beleidigt. Im Gegenteil, bittet Gott um seinen Segen für den anderen, denn ihr wisst ja, dass Gott auch euch dazu berufen hat, seinen Segen zu empfangen.

Du bist berufen, den Segen von Gott zu empfangen. Ich empfange den Segen und gebe ihn weiter. Ich streue ihn aus im Wissen, dass Gott meine Hände wieder füllen wird. Das braucht Vertrauen. Kannst du von ganzem Herzen sagen: Gott ist gut? Segnen bedeutet, auf Rache zu verzichten und den Menschen Gottes Wahrheit, Gerechtigkeit und Gnade anzuvertrauen. Es geht darum, dass ich mich freue, wenn der andere gesegnet wird. Das ist nicht unser natürliches Herz, aber wir dürfen Gott bitten, unser Herz zu verändern, damit wir Jesus ähnlicher werden.

Segen verändert das Herz und die Atmosphäre

Der Frust ist vielleicht immer noch da, aber die Atmosphäre ändert sich, wenn du segnend bist. Ich habe das selbst erlebt. An einem früheren Arbeitsplatz gab es eine Person, die mich nicht mochte. Egal was ich tat, es war nicht recht. Sie behandelte mich nicht gut. Was hätte ich tun können?

Ich hatte jeden Morgen eine halbe Stunde Arbeitsweg. Auf diesem Weg habe ich angefangen, diese Person zu segnen. Zuerst betete ich egoistisch: Herr, verändere du sie, verändere ihr Herz. Aber weisst du, was passiert ist? Gott hat mein Herz verändert. Wenn der Segen fliesst und ich ihn weitergebe, verändert sich mein eigenes Herz. Die belastenden Dinge traten in den Hintergrund. Ich bin auch durch die leeren Büroräume gegangen und habe die Räume und Personen gesegnet. Es sind wunderbare Dinge passiert.

Um auf die Geschichte mit dem Traktor zurückzukommen: Der Fahrer erntet eigentlich unser Essen, er segnet mich also. Ich habe mir antrainiert, dass ich in solchen Momenten segne. Wenn ich im Stau stehe, wird der vor mir gesegnet. Ich segne seine Familie, seine Arbeit. Das macht den Unterschied. Wenn wir anfangen, Gott in jeder Situation zu segnen und andere zu segnen, wird unser Herz erfrischt. Ich bete, dass der Heilige Geist das in uns freisetzt, damit wir Menschen des Segens sind.

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